AFR06 Stuttgart 21: Neue Dialoge braucht das Land!

AFR06 Stuttgart 21: Neue Dialoge braucht das Land!

In Abenteuer Frieden am 22.05.2011 von Cletus Gregor Barié

Was kann uns Stuttgart 21 zum Thema Dialog lehren? Heute geht es um den von Heiner Geissler moderierten Schlichtungsprozess von Oktober bis November 2010.

Shownotes

Was kann uns Stuttgart 21 zum Thema Dialog lehren? Heute geht es um den von Heiner Geissler moderierten Schlichtungsprozess von Oktober bis November 2010. Der Schlichterspruch wurde unterschiedlich aufgenommen, die Süddeutsche Zeitung sprach von einem „Versuch, die Ohnmächtigen mit ihrer Niederlage zu versöhnen“, in der Zeit hieß es, dass in Zukunft „Grossprojekte nicht mehr ohne öffentliche Bürgerbeteiligung angegangen werden können”.

Sach- und Faktenschlichtungen sind sinnvoll, wenn es um komplexe Vorhaben mit mehreren Streitparteien geht. Wäre dieser Schritt vor ein paar Jahren unternommen worden, hätte sich Stuttgart jede Menge Ärger erspart. In Zukunft sollten eine solche öffentliche Klärung der Sachlage vor großen Baumaßnahmen zum Standard werden – allerdings ohne paternalistischen Schlichterspruch.

Die Stuttgarter Schlichtung war für die Qualifizierung der Information angepasst – aber nicht um gemeinsam neue Lösungen zu erarbeiten. Solche Prozesse müssen hinter verschlossenen Türen laufen und von Facilitatorn oder Mediatoren begleitet werden. Gemischte Gremien, in denen die wichtigsten Interessensgruppen vertreten sind, könnten Grossprojekte schon im Vorlauf mitgestalten und konstruktive Lösungen erarbeiten. Der Diplomat Adrian Hadorn gibt Tipps für Mediatoren: „Komm nicht sofort mit einer Lösung, höre beide Seiten an! Die runden Tische haben eine Chance und sind der einzige Weg – auch in den westlichen Demokratien“.

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