DAZ 61 DIY-Bio

DAZ 61 DIY-Bio

In Abenteuer Zukunft am 25.02.2009 von Stephan Magnus

Wie ändert sich die Einstellung der Biobauern zu Gen-Tomaten wenn jeder seine eigene Tomate herstellen kann? Bau deine eigene Biologie zuhause im Badezimmer!

DAZ 61 DIY-Bio

Vor einigen Jahrzehnten waren Computer etwas Geheimnissvolles, Unheimliches. Keiner hatte direkt mit ihnen zu tun. Sie gehörten zu Spielfilmen, in denen geheime unterirdische Labors der Regierung gezeigt wurden, und die sich mit dem kalten Krieg, Spionen oder irgendwelchen Außerirdischen auf ungefragtem Besuch beschäftigten.

War ja auch klar: Computer waren riesig, erforderten Hallen, umfangreiche Wartung und enorme Anschaffungs- oder Entwicklungskosten, die sich eben nur die Regierung oder große Unternehmen leisten konnten.

Das prägte das damalige Image der Computer, das Bedrohliche, Furchteinflößende. Man dachte an große bürokratische Strukturen, an die Maschine, an dunkle Flure und Unkontrollierbarkeit. Durchgeknallte Supercomputer bedrohten die Welt, ihre Schöpfer, die Freiheit.

Wer es nicht mehr glaubt, schaue die einschlägigen Filme aus den 50ern bis Anfangs 70er, in denen Wände aus Computern mit drehenden Bändern die Kulisse boten.

Alles das endete, als einige Menschen auf die Idee kamen, jedem einen Computer auf den Tisch zu stellen, und ihn Personal Computer, PC zu taufen. Schon war der Nimbus dahin, der Computer wurde zu etwas Vertrautem. Sie konnten ihn auseinanderschrauben, an die Wand werfen oder sonst etwas, was man üblicherweise mit PCs macht.

Wenn heute jemand versuchen würde, Angst vor Computern zu schüren, würde das nicht mehr funktionieren. Mit denen herumspielen, das macht ja schließlich jeder Fünfjährige. Und das schneller als manches Unternehmen oder die Regierung.

Ich glaube, dass wir heute bei Biotechnologie und Gentechnik in einer ähnlichen Phase sind, wie vor Jahrzehnten bei Computern. Das sind Gebiete, die teuer und aufwendig sind, nur von großen Unternehmen, oft im Verborgenen erforscht werden, mit denen wir nichts direkt zu tun haben, die unkontrollierbar wirken, und damit angsteinflößend. Was da wohl rauskommen wird? Ob das so gut ist?

Was aber, wenn es auch in der Biotechnologie das Äquivalent zum PC geben wird? Wenn die Technologie so preiswert und zugänglich wird, dass sich jedermann damit beschäftigt? Wie wird das Verhältnis von Bioanbauern und Gentechnik verändert, wenn jeder sich zuhause seine eigene Tomate zusammenbasteln kann? Oder irgendein anderes Gemüse, das dieses Universum noch nicht gesehen hat, Sie aber gerne in Ihrem Garten hätten. Sitzt unter dem Weihnachtsbaum der Zukunft kein Hund für unsere Kinder, sondern ein Baukasten, mit denen sich die Kinder ihren Wunschhund bauen können?

Wäre das nicht extrem spannend? Solche Do-It-Yourself-Biologie könnte einen ebensolchen Innovationsschub starten wie damals die PC-Industrie und vergleichbar ganz neue Märkte aus der Taufe heben. Und die bisher angemahnte einschränkende Wirkung auf die Vielfalt durch Gentechnik könnte so umgekehrt werden. Plötzlich gäbe es Hebel für jeden, unendliche Vielfalt zu erzeugen.

Es ist sicherlich praktisch, die ersten Signale zu bemerken, die für so eine Entwicklung sprechen. Daher diese Sendung über die Pioniere der DIY-Bio.

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Dauer: 17:23 Minuten
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