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AWS22 Erfolg durch Mini-Tests
Kanal: Abenteuer Website 25.07.2010 - 12:00 von Stefanie Voss
Wie groß muss die Schrift auf einer Website sein, damit man sie gut lesen kann? Hilft es, eine Schriftgrößenverstellung innerhalb einer Website anzubieten? Diese und ähnliche Fragen werden in vielen Webprojekten lange und ausdauernd unter Webdesignern, Programmierern und anderen Projektteilnehmern diskutiert.
Aber wer kann hier die richtige Antwort geben? Wer kennt sich wirklich aus? Nach vielen Jahren eigener Webprojekterfahrung gibt es für mich nur eine Möglichkeit, den Nutzer wirklich zu verstehen: Ich muss ihn meine Website testen lassen!
Es ist eine sehr erhellende und gleichzeitig auch frustrierende Erfahrung, wenn man sieht, wie das eigene, mühevoll und akribisch erstellte Webdesign von Testpersonen einfach nicht verstanden wird. Vieles, was man angenommen hat, trifft nicht zu. Manchmal war man sich total sicher, dass etwas funktionieren wird – und es klappt nicht.
Müssen es dabei immer ganz aufwendige und teure Testverfahren sein? Natürlich nicht! Auch wenn ich nur zwei oder drei Personen bitte, vor meinen Augen eine kleine Aufgabe innerhalb meiner Website zu erledigen, kann ich daraus sehr wertvolle Schlüsse ziehen. So ein Ergebnis ist oft viel zielführender als stundenlange Expertendiskussionen.
Der weltweit wohl angesehenste Experte für Internet-Nutzerfreundlichkeit Jacob Nielsen (http://www.useit.com) vertritt vehement die These, dass irgendeine Form von Datenerhebung immer und grundsätzlich besser sei, als sich nur auf persönliche Einschätzungen oder Annahmen zu verlassen. Um sich zwischen verschiedenen Design-Alternativen für eine Website zu entscheiden, sollte man seiner Meinung nach besser einen Mini-Test mit zwei Teilnehmern durchführen, anstatt sich rein auf individuelle Einschätzungen zu verlassen. Wer sich – so Nielsen in seiner provokanten Art – auf die Meinung einzelner verlasse, der solle besser eine Münze werfen.
Der Cutwater-Tipp für einfache und schnelle Web-Tests:
1. Nutzer-Tests müssen nicht aufwendig und teuer sein, sondern schon mit sehr geringem Aufwand kann man gute Ergebnisse erzielen und das eigene Webdesign deutlich verbessern.
2. Wenn Sie sich *aus freien Stücken* nicht an das Testen heranwagen, dann holen Sie sich zum Beispiel anhand dieses Buches hier Hilfe: *Rocket Surgery Made Easy* von Steve Krug (Link bei Amazon: http://amzn.to/bGateE). Es beschreibt eine Vielzahl von einfachen und aussagekräftigen Testmöglichkeiten mit detaillierten Handlungsanweisungen und Checklisten.
3. Bemühen Sie sich immer, Personen für Ihre Tests zu finden, die sowohl mit dem Thema der Website als auch mit der gestellten Aufgabe bisher nicht vertraut sind.
4. BEOBACHTEN Sie genau, was die Testpersonen tun und womit sie Schwierigkeiten haben. Die Empfehlungen, die viele Testpersonen im Test aussprechen (*Ich finde das und das nicht, hier wäre es besser, wenn der Button so und so aussehen würde...*) sind NICHT relevant. Die Test-Grundregel lautet: *Watch what they do and don’t do what they say.*
Wenn Sie erst mal erlebt haben, wie viele, wirklich wertvolle Erkenntnisse man aus dem einfachen Do-it-yourself-Testen von Websites erhalten kann, dann werden Sie auf dieses Mittel zur Websiteoptimierung nicht mehr verzichten wollen. Sie werden leider nicht mehr der allwissende Experten für das Verhalten Ihrer Website-Nutzer sein. Dafür aber werden Sie mit innerer Gelassenheit einfach immer und immer wieder testen, was die Nutzer WIRKLICH können und wollen. Und das ist ECHTER Kundenservice.
Stefanie Voss – Webstrategieberatung und mehr...
www.cutwater.de
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