Wenn das Kriegstrauma der Eltern und Großeltern das eigene Leben belastet.

Auch 73 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs leiden noch viele Menschen unter vielfältigen Traumata. Selbst bei den Kindern der Kriegskinder zeigen sich Symptome wie Einsamkeit, Unsicherheit, Angst und Entwurzelung. Denn die beiden Weltkriege wirken bis heute nach – bei den Überlebenden, Versehrten, Traumatisierten und sogar in der Enkelgeneration, den Kriegsenkeln. Wenige Eltern oder Großeltern haben über ihr Schicksal gesprochen. Viele vom Krieg traumatisierte Erwachsene waren emotional verstummt, haben ihre eigenen schmerzlichen Empfindungen unterdrückt und ihren Kindern und Enkeln seelische Trümmer hinterlassen. Doch nur über die Erinnerung, das Erzählen und Verstehen ist es möglich, die Weitergabe dieser traumatischen Erinnerungen zu unterbrechen.

Wie sich Traumata der Eltern und Großeltern auswirken können.

Ein Kriegstrauma zeigt sich oft erst bei den Kindern der Kriegskinder.

Ich bin 1948 geboren. Genau wie meine Altersgenossen, die in den Aufbaujahren der Bundesrepublik geboren wurden, kennen wir den 2. Weltkrieg nur aus den Erzählungen unserer Eltern. Wenn überhaupt. Denn meist redeten die Eltern nicht oder nicht gern über diese Zeit. Weil sie nicht erinnert werden wollten. Weil sie ihre Kinder nicht mit schrecklichen Erlebnissen belasten wollten. Weil sie selbst mal beschlossen hatten, all das Schreckliche ganz fest in sich wegzuschließen.

Doch auch wenn in vielen Familien über das Erlebte kaum gesprochen wurde, ist es nicht verschwunden.

Erst seit einigen Jahren gibt es ein Bewusstsein dafür, dass sich die Traumata der Eltern und Großeltern in den Nachkriegsgenerationen fortsetzen und verschiedenste Symptome produzieren können.

In meine Einzelcoachings oder die Persönlichkeitsseminare kommen immer wieder Menschen zwischen 40 und 60 Jahren mit den verschiedensten Problemen:

  • Zweifel bezüglich der Existenzberechtigung.
  • Überstarker Leistungswille – oft bis zum (mehrfachen) Burnout.
  • Emotionale Blockaden und dadurch Partnerschaftsprobleme oder häufige Trennungen.
  • Geringes Selbstwertgefühl und gnadenlose Strenge mit sich selbst.
  • Streben nach Erfolg bei gleichzeitigen Sabotage, wenn dieser greifbar wäre.
  • Diffuse, unerklärliche Ängste.

Die wenigsten Betroffenen führen ihre Beschwerden und Symptome auf Erfahrungen der Eltern im Krieg zurück. Auch weil oft über das Erlebte im Krieg von diesen selten gesprochen wurde. Viele Kriegsenkel, also die Kinder der Kriegskinder, haben den Krieg abgespeichert wie Faktenwissen aus dem Geschichtsbuch. Die dazu gehörigen Gefühle haben sie meist verdrängt, weil dies auch die Eltern so machten.

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Kriegstraumata können weitergegeben werden.

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